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Zündende Idee: Schule wird wieder Schule

FP Marienberg 18.06.2009

Niederneuschönberger Brandbekämpfer wollen in ehemaliger Bildungsstätte Außenstelle für Landesfeuerwehrausbildung einrichten

Von Antje Flath

Olbernhau. Die alte Schule in Niederneuschönberg muss nicht abgerissen werden, wie es die derzeitigen Pläne der Stadtverwaltung Olbernhau vorsehen. Diesen Standpunkt vertreten Udo Müller, Leiter der freiwilligen Feuerwehr des Ortsteiles,
und sein Stellvertreter Kay Endtmann. Sie können sich das 1885/86 entstandene Gebäude als Außenstelle der Landesfeuerwehrschule vorstellen. Udo Müller trägt im sächsischen Landesfeuerwehrverband Verantwortung für die Ausbildung der Feuerwehrleute und weiß aus eigener Erfahrung, dass die derzeit vorhandene Landesfeuerwehrschule in Nardt nahe Hoyerswerda platzmäßig an ihre Grenzen stößt. „Dort gibt es derzeit 125 Plätze. Wir bräuchten jetzt aber schon 160. Erhebungen
unsererseits haben zudem ergeben, dass es schon bald 180 bis 200 sein werden“, argumentiert der Niederneuschönberger
Wehrleiter. Außerdem liegt Nardt am äußersten nordöstlichen Rand des Freistaates. Eine zentraler gelegene Ausbildungsstätte würde vielen ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitgliedern Zeit und Kosten sparen. Da für die Gruppenführerlehrgänge zum Beispiel keinerlei feuerwehrtechnische Ausrüstung nötig sei, könnten die entsprechenden Kurse überall abgehalten werden. „Leer stehende Immobilien wie die Niederneuschönberger Schule würden sich dafür geradezu anbieten“, ist Udo Müller überzeugt.

 

Eine Idee, die bei dem einheimischen FDP-Landtagsabgeordneten Tino Günther aus Seiffen und Jürgen Martens, dem innenpolitischen Sprecher der liberalen Landtagsfraktion, auf offene Ohren stößt. Zusammen haben sie anlässlich des Blaulichttages der Partei unter anderem die Schule in Niederschneuschönberg besucht. Große Hoffnungen auf eine Realisierung der Idee der Niederneuschönberger Brandbekämpfer hegen allerdings beide nicht. Noch dazu, da seitens der Stadt Olbernhau bereits ein Fördermittelantrag für den geplanten Abriss eingereicht wurde. Eine Entscheidung, die Tino Günther kritisch bewertet: „Das Haus an sich prägt Niederneuschönberg. Ich finde es falsch, dem Ortsteil sein historisches Gesicht zu nehmen“, argumentiert er. Udo Müller sprach bei dem Besuch ein weiteres brennendes Problem an: Dass den Wehren der Region die Mitglieder ausgehen. Ein Dilemma, das Jürgen Martens aus ganz Sachsen kennt: „Die meisten Feuerwehrleute sind derzeit zwischen 50 und 56 Jahre alt“, weiß er und kritisiert, dass der Freistaat bisher keine Anreize geschaffen habe, damit sich Frauen und Männer für einen Dienst in der Feuerwehr entscheiden. Ideen dafür gibt es nicht nur in Olbernhau: kostenloser Lkw-

Führerschein, steuerliche Vorteile, finanzielle Zuschüsse für die Altersversorgung. Die Anregungen wollen beide Abgeordnete mit in die neue Legislatur nehmen. (mit jag)

18.06.2009