Zu wenig Feuerwehrleute in sächsischen
dpp 06.10.08
xsc014 4 pl 245 vvvva DDP0453
lsc/pl/Katastrophenschutz/Feuerwehr/FDP/ Zu wenig Feuerwehrleute in sächsischen Gemeinden=
Dresden (ddp-lsc).
Die FDP-Landtagsfraktion warnt vor fehlendem Nachwuchs bei Freiwilligen Feuerwehren in Sachsen. Weil in den kommenden Jahren viele Feuerwehrleute in den Ruhestand gingen, müssten verstärkt Mitglieder geworben werden, forderte FDP-Innenexperte Jürgen Martens am Montag in Dresden. Einer Antwort des Innenministeriums auf eine Große Anfrage der FDP-Fraktion zufolge verzeichneten 1568 Freiwillige Feuerwehren im Freistaat 2007 noch 48 181 aktive Mitglieder. 2003 waren noch 1615 Wehren mit 50 363 Mitgliedern registriert worden. Der Antwort zufolge gibt es bereits eine Reihe von Gemeinden, in denen die nach der sächsischen Feuerwehrordnung vorgeschriebene Mitgliedermindestanzahl verfehlt wird. Als Beispiele werden Bärenstein und Olbernhau (beide Erzgebirgskreis), Augustusburg, Brand-Erbisdorf und Niederwiesa (alle Mittelsachsen), Bad Düben und Eilenburg (beide Nordsachsen), Görlitz sowie die Landeshauptstadt Dresden genannt. In Meißen wird die Soll-Stärke von 84 Mitgliedern mit 61 um etwa 27 Prozent verfehlt. In Wehlen in
der Sächsischen Schweiz gab es 2007 mit nur 69 von 92 empfohlenen Mitgliedern eine Fehlquote von 25 Prozent. Der Aufstellung zufolge gehörten 2003 noch 12 765 Mitglieder den Jugendfeuerwehren an. 2007 waren es mit 10 214 etwa 20 Prozent weniger, davon 956 jünger als 10 Jahre. Martens verwies darauf, dass die Feuerwehren inzwischen «weniger zu klassischen Brandbekämpfungen als zu Hilfseinsätzen der besonderen Art» gerufen werden. Aufräumarbeiten wie das «Aufheben von Glassplittern» etwa nach Verkehrsunfällen sollten künftig auch von privaten Firmen ausgeführt werden können, schlug Martens vor. Zudem müsse geprüft werden, ob die vorgegebenen Ausbildungsstandards zu hoch und die Entschädigungen für Funktionsträger bei Freiwilligen Feuerwehren zu niedrig seien.



