Trauerfeier für Afghanistan-Helferin
Bei Überfall getötete Chemnitzer Dolmetscherin beigesetzt
Leipziger Volkszeitung / Dresdner Neueste Nachrichten, 21. August 2010
Chemnitz (dpa/epd). Die in Afghanistan getötete Dolmetscherin Daniela Beyer aus Sachsen ist in ihrer Kirchgemeinde in Chemnitz-Wittgensdorf beigesetzt worden. Etwa 530 Gäste erwiesen der 35-Jährigen gestern die letzte Ehre. Unter den Trauergästen waren auch der Bischof der evangelischen Landeskirche, Jochen Bohl, und Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP). Daniela Beyer war Anfang August zusammen mit anderen Ausländern im Auftrag eines christlichen Hilfswerks
im Nordosten Afghanistans unterwegs. Bei einem Überfall auf die Gruppe kamen auch sechs US-Amerikaner und eine Britin sowie zwei Einheimische ums Leben. Die Helfer arbeiteten für eine Augenklinik in Kabul. Die Tat gilt als der bislang schwerste Angriff auf ausländische Helfer in dem Land. Die Chemnitzerin lebte seit 2007 in Afghanistan und arbeitete als Übersetzerin unter anderem von Schulbüchern. Landesbischof Bohl hatte der Frau Respekt gezollt und Mitgefühl geäußert. „Sich in ein derartig gefährliches Land zu begeben, um notleidenden Menschen zu helfen, ist für mich ein Akt gelebter Nächstenliebe“, erklärte er. Daniela Beyer entstammte einer Pfarrersfamilie und studierte an der Leipziger Universität Sprachwissenschaften. Sie beherrschte die afghanischen Landessprachen Dari und Paschtu.



