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Strafgefangene der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis erleben die Feiertage in besonderer Weise

Therapie und Gebäck zu Weihnachten

LVZ Borna-Geithain, 24.12.2009


Regis-Breitingen. Alle Jahre wieder ist Weihnachten auch in derJugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen ein Thema. Gefängnis-Seelsorgerin Hannelore Teubner hat in den vergangenen Wochen wieder ein Krippenspiel mit Jugendstrafgefangenen einstudiert, das heute Vormittag in der Anstalt aufgeführt wird. In den Wohngruppen der Hafthäuser werden die Jugendlichen gemeinsam kochen oder Plätzchen backen. In den vergangenen Tagen wurden zudem Weihnachtsgrüße an die Angehörigen zu Hause geschrieben. Die Feiertage nicht unterm heimischen Tannenbaum zu verbringen, bringt die Jugendlichen hinter Gittern zum Nachdenken. Weswegen es auch dem Justizministerium - bei aller Konsequenz des Vollzuges - wichtig ist, das Fest stattfinden zu lassen. Justizminister Jürgen Martens (FDP): "Weihnachten hinter Gittern ist für viele Gefangene besonders bitter. Die Bediensteten und ehrenamtliche Mitarbeiter in den sächsischen Justizvollzugsanstalten sorgen auch in diesem Jahr wieder dafür, dass jeder Gefangene Weihnachten würdig feiern kann. Auch sie verbringen einen Teil der Weihnachtszeit hinter Gittern." In der Weihnachtszeit sei die Betreuung der Gefangenen besonders wichtig. Psychologen, Sozialarbeiter und Seelsorger stehen den Gefangenen in Regis-Breitingen gerade an den Feiertagen für Gespräche zur Verfügung. Aber nicht nur die Gefangenen leiden unter dieser Situation. Auch Kinder, Ehefrauen und Ehemänner müssen das Weihnachtsfest zu Hause ohne ihre Lieben verbringen. Damit die Familien ihre Angehörigen im Gefängnis ausreichend besuchen können, gelten in dieser Zeit erweiterte Besuchsregelungen. Auch beim Essen in der Anstalt wird der weihnachtliche Charakter gewahrt. An den Feiertagen finden in der JSA Regis Sportveranstaltungen statt. Unter anderem stehen Tischtennisturniere auf dem Programm. Aber auch bei Volleyball, Dart, Skat und Tischfußball werden Kräfte gemessen. Weihnachtsfeiern gab es in den verschiedenen Freizeitbereichen, wo die Gefangenen das ganze Jahr über künstlerisch tätig sind oder Sport treiben. Martens: "Für einige Gefangene ist das eine völlig neue Erfahrung." Gerade bei jugendlichen Strafgefangenen sei das Heimweh aber besonders zum Jahreswechsel ausgeprägt. Die Gedanken an Partys, die Freunde dann feiern werden, kann der eine oder andere nur beim Bleigießen in den Hafthäusern bewältigen.

5.01.2010