Sozialgerichte bleiben das Nadelöhr der Justiz

FP 08 05 2009
Jahresbilanz: Hartz-IV-Verfahren dauern im Schnitt 13 Monate – Zunahme von rechtsextremen Straftaten - Weniger Sexualdelikte von Uwe Kuhr Dresden.
Für den Minister zeichne sich allerdings eine leichte Entspannung ab. Die Zahl der eingegangenen Anträge im letzten Quartal 2008 und Anfang 2009 sei deutlich rückläufig. „Von einer sicheren Trendwende möchte ich allerdings noch nicht sprechen“, sagte er. Für die Liberalen im Sächsischen Landtag ist die Verfahrensdauer in der Sozialgerichtsbarkeit „unzumutbar“. Der innen- und rechtspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Jürgen Martens, zweifelte außerdem eine Tendenz zur Entspannung der Situation an. Er warf dem Minister Täuschung vor. Mackenroth hatte erklärt, der Freistaat Sachsen verfüge über einen „schnellen Rechtsstaat von hoher Qualität“. Die vorgelegte Statistik täusche über die wahren Umstände hinweg, urteilte Jürgen Martens. „Der Justizminister ist seit Jahren nicht in der Lage, die Verfahrenszeiten merklich zu verkürzen.“ Mackenroth griff lediglich zwei Deliktgruppen heraus, bei denen sich in Sachsen nennenswerte Veränderungen abgezeichnet haben. So konstatierte er erstmals wieder einen Anstieg rechtsextremer Straftaten. Die Staatsanwaltschaften hatten im vergangenen Jahr deshalb 1763 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Das entspricht einem Plus von fast sechs Prozent. Seit 2005 war deren Zahl rückläufig gewesen. Demgegenüber sank die Zahl der Sexualstraftaten weiter. Gut 1500 Verfahren leiteten die Staatsanwaltschaften ein.



