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Sachsens Justiz hat jetzt ein eigenes Ebay

FDP-Minister Martens schwingt den Auktions-Hammer

BILD   08. April 2010   Von BERNHARD SCHILZ


Dresden - 3, 2, 1 ... Deins! Seit Ostern hat Sachsens Justizminister Jürgen Martens (50, FDP) sein eigenes Ebay, eine Versteigerungsplattform im Internet. Und das erste Schnäppchen ist auch schon unter den Auktions-Hammer gekommen. Ein von der Bautzener Staatsanwaltschaft ausrangierter Multikunktionsdrucker von "hp" fand für 15 Euro eine neuen Besitzer.


Die staatlichen Schnäppchen gibt's unter der Internet-Adresse www.justiz-auktion.de. Hier tummeln sich schon die Justizministerien von elf anderen Bundesländern. Martens:" Die Internet-Versteigerung ist eine zeitgemäße und effektive Methode, mit der auch viel mehr Bieter erreicht werden können als bei einer Versteigerung vor Ort."


Unter Martens Hammer kommen ausgemusterte Büroeinrichtungen genauso wie vom Gerichtsvollzieher gepfändeter Privatbesitz. Außerdem kann Eigentum von Ganoven bei Strafverfahren zugunsten des Staates eingezogen werden, um es so zu Geld zu machen (z. B. für Verfahrenskosten).

Gesucht werden kann direkt nach Angeboten aus Sachsen oder bundesweit in Rubriken - von Bekleidung über Schmuck bis Wohnen. Zurzeit gibt's zum Beispiel ein antikes Butterfass aus Bayern (Startgebot 250 Euro) und einen Audi A 3 (3400 Euro). Sogar ein Bikini aus Nordrhein-Westfalen wurde gestern für zwei Euro beim Justiz-Ebay verkauft.


Die Anmeldung als Bieter ist sehr einfach. Bei Zuschlag gibt's die Ware gegen Vorkasse (Überweisung). Aber keine Angst: "Justizeinrichtungen in Deutschland und Gerichtsvollzieher sind verlässliche vertragspartner", versprechen die Macher der  Internetseite.

8.04.2010