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Richtfest für neues Hafthaus 2 in der Justizvollzugsanstalt Waldheim

kanal8


www.kanal8.de, 16. September 2010


Sachsens Justizminister Dr. Jürgen Martens und Finanzstaatssekretär Dr. Wolfgang Voß haben am 16.09.10 gemeinsam mit Bauleuten das Richtfest für den Ersatzneubau des Hafthauses 2 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldheim gefeiert.


Bis die Baumaßnahme abgeschlossen ist, wird noch etwas Zeit vergehen. Geplant ist die Übergabe für Ende nächsten Jahres. Dann wird der Freistaat Sachsen rund 7,1 Millionen Euro investiert haben, so das Sächsische Staatsministerium der Finanzen.

Dr. Voß dazu: „Mit diesen Aufwendungen verbessern wir die Arbeitsbedingungen der sächsischen Justiz und tragen den gewachsenen Sicherheitsanforderungen für die Bevölkerung Rechnung.“ Justizminister Dr. Martens: „Moderner Strafvollzug ist sicher und auf die Resozialisierung der Gefangenen gerichtet. In Waldheim trennen wir Ersttäter aus ganz Sachsen räumlich von hafterfahrenen Gefangen. So wollen wir sie vor einer negativen Beeinflussung durch mehrfach vorbestrafte und inhaftierte Täter schützen. Das verbessert die Aussicht auf ein Leben ohne Straftaten nach der Haft. Mit dem Ersttätervollzug in der Justizvollzugsanstalt Waldheim gehen wir neue Wege. Das neue Hafthaus wird ideale Bedingungen bieten, diesen Weg konsequent fortzusetzen."


Große Teile des Gebäudebestandes in der JVA Waldheim sind denkmalgeschützt. Die Hälfte dieser Gebäude konnte nach der Wiedervereinigung saniert werden, das ehemalige Hafthaus 2 nicht mehr. 2008 musste es abgebrochen werden. 2009 begannen die Arbeiten für die Errichtung eines Neubaus in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz.

 


Der Neubau ist ein dreigeschossiger, kompakter Baukörper aus Stahlbeton, der 96 Strafgefangenen Platz bietet. Um der Länge des Gebäudes entgegenzuwirken, lockern farbige Felder zwischen den Fenstern die Fassade auf. Die Farben im Areal der bestehenden JVA - rot, weiß und grau - werden dabei aufgegriffen, so dass ein Wiedererkennungseffekt entsteht.

Besonders erwähnenswert ist, dass sich die JVA bei dieser Baumaßnahme mit eingebracht hat. In den Werkstätten der JVA haben Gefangene vergitterte Fenster für Zellen und Funktionsräume hergestellt und Haftraumtüren gefertigt.


Das neu entstehende Hafthaus 2 in der JVA Waldheim ist ein weiteres Beispiel für nachhaltiges Bauen im Freistaat Sachsen: Auf dem Dach des Hauses wird eine thermische Solaranlage installiert. Damit werden Ressourcen gespart und ein Beitrag zur Umweltfreundlichkeit geleistet.




Informationen zur Justizvollzugsanstalt Waldheim:


Die JVA Waldheim wurde seit Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts konsequent saniert und verfügt heute zum erheblichen Teil über moderne, sichere und zweckmäßige Hafträume und Werkstätten zur Beschäftigung und Ausbildung der Gefangenen. Sie bietet hoch spezialisierte Behandlung im Bereich der Sozialtherapie aber auch - erstmals in Deutschland - spezielle Angebote für Erstinhaftierte. Damit wird sie dem verfassungsrechtlich verankerten Resozialisierungsprinzip in besonderem Maße gerecht. Waldheim - die älteste JVA Deutschlands - wurde 1716 durch Kurfürst August den Starken als Zucht-, Armen- und Waisenhaus gegründet. Sie diente zahlreichen Anstalten in ganz Deutschland als Vorbild und hat heute wieder eine Vorreiterrolle eingenommen. Damit schließt die JVA Waldheim an ihre lange positive Tradition an, die freilich insbesondere in der Zeit der NS-Regimes und während der sogenannten Waldheimer Prozesse leidvoll unterbrochen war.

30.09.2010