» Aktuelle Informationen

Justizminister verknackt Häftlinge zu Fluthilfe

In der JVA Bautzen füllen sie jetzt Sandsäcke ab


BILD Dresden, 13. August 2010


Von A. HARLASS


Dresden- Das ist die wohl ungewöhnlichste Flutopfer-Hilfe, die es je in Sachsen gab: Verurteilte Knackis helfen Flutopfern und füllen Sandsäcke für neue Pegelanstiege ab!


Häftlinge an die "Flutfront" - die Idee Stammt von Sachsens Justizminister Jürgen Martens (51, FDP). Sein Sprecher:"Wir haben damit in Bautzen begonnen, aber auch in Görlitz und möglicherweise in ganz Sachsen, wo JVA´s in der Nähe sind, sollen Gefangene mitarbeiten, Flutschäden zu beseitigen."


 

In Bautzen füllen seit gestern Gefangene Sandsäcke im Gefängnishof.


Andere Häftlinge räumen vom Hochwasser überflutete Kleingärten am Bautzner Stadion an der Müllerwiese auf, entrümpeln durch Wasser unbrauchbar gewordene Lauben-Möbel.


Aber was, wenn sich einer der Knackis entschließen sollte, die ungewohnte Freiheit beim Flut-Einsatz behalten zu wollen? "Sicherheitspersonal ist dabei", beruhigt Bautzens neuer Gefängnischef Bernhard Beckmann (56). "Außerdem sind die, die draußen im Einsatz sind, sowieso im offenen Vollzug." Heißt: Es sind keine Schwerverbrecher, sondern beispielsweise wegen Diebstahls Verurteilte. BILD-Fazit: Eine Idee, die Schule machen sollte.

17.08.2010