Justizminister fährt selbst
Jürgen Martens zu Gast an Tännichtschule: Zwischendurch mal abhängen geht nicht
FP Glauchau 02.02.2010
Ein Minister auf Augenhöhe: Sachsens Staatsminister für Justiz und Europaangelegenheiten war gestern zu Gast in der Tännichtschule. Er berichtete aus seinem Arbeitsalltag
Meerane. Hat er einen Chauffeur? Was kostet eine Gerichtsverhandlung? Was war die angenehmste Arbeit vergangene Woche? Fragen, die Neuntklässler der Tännichtschule gestern in der Aula Jürgen Martens (FDP) stellten, der selbst Meeraner ist.
Der 50-Jährige, seit vier Monaten Sachsens Justiz- und Europaminister, musste nur bei der dritten lange überlegen.
1. Nein. 2. Bis zu 20.000 Euro. 3. Die Fraktionssitzung im Landtag. Gemeinschaftskundelehrerin Antje Ungerer hat den Lehrplan, der politische Ordnung in der BRD und in Sachsen vorgibt, mit dem Gast beleben wollen. Schulleiterin Marion Kirmse freute sich für die Schüler: „Ihr habt die Möglichkeit, mit einem Minister auf Augenhöhe zu reden.“ Mit mehr oder weniger Temperament folgten die Neuntklässler Martens Ausführungen. „Naja“, kommentierte der verständnisvoll. „In diesem Alter schwirren einem viele Dinge durch den Kopf.“ „Interessant“, urteilte Jennifer Rauschenbach, obgleich die 15-Jährige noch viele Fragen hatte. Vivien Schilling, 15, meinte, dass er stellenweise sehr weit ausholt. Insgesamt fand sie die andere Unterrichtsstunde aber gut. Ihr gefiel, was er zu Hartz IV sagte. „Das fällt nicht in mein Ressort, das ist eine Bundesangelegenheit. Einfach abschaffen geht natürlich nicht, wir brauchen Regelungen und Hilfestellungen bei Arbeitslosigkeit und Armut.“ Gern hätte die 15-Jährige gewusst, was er von Obama hält. „Freie Presse“ reichte die Frage nach. Martens: „Toll, dass er Menschen begeistern kann und Visionen hat.“ Im Vorjahr waren Neuntklässler der Tännichtschule bereits zu Gast im Landtag. In Klasse 10 steht das Thema EU an, verriet Lehrerin Antje Ungerer in Richtung Martens, da auch auf ihn zukommen zu wollen. (UPA)
Stichwort Schülerfragen
Ist Minister sein schwer? Martens: „Ja, aber interessant.“ 6 Uhr auf die Autobahn, 110 Kilometer bis Dresden, Besprechungen, Gesprächspartner empfangen, Kabinettsitzungen, Grußworte, 21, 22 Uhr wieder zu Hause. „Zwischendurch mal abhängen? Das findet nicht statt.“
Zeit für die Familie? Samstags ab 14 Uhr bis Sonntagabend. „Aber Zeit zum Hausaufgaben Kontrollieren habe ich immer.“
Gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen den Ministern? Klar doch. Grundsätzlich aber kann der eine nicht in den Laden des anderen hineingreifen. Letztlich muss der Ministerpräsident entscheiden.
Welchen Rat haben Sie für uns? „Es gibt keine unwichtigen Schulfächer.“



