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Fünf tätliche Angriffe im Jugendstrafvollzug Regis-Breitingen

Justizminister Martens zieht Jahresbilanz

freiepresse.de    www.freiepresse.de, 09. April 2010


Dresden (ddp-lsc). In der Jugendstrafvollzugsanstalt (JSA) Regis-Breitingen wurden im ersten Quartal des Jahres fünf Körperverletzungsdelikte angezeigt. Im vergangenen Jahr kamen 15 Fälle zur Anzeige, 2008 wurden 19 Tätlichkeiten unter den jugendlichen Gefangenen registriert, wie Justizminister Jürgen Martens (FDP) am Freitag in Dresden mitteilte. Die hohe Zahl zu Beginn des Jahres resultiere unter anderem aus einer Schlägerei nach einem Fußballspiel. Angriffe auf Bedienstete habe es nicht gegeben, fügte der Minister hinzu.

Die Anstalt in Regis-Breitingen war im Sommer 2009 mit einem Folterskandal in die Schlagzeilen geraten, Gefangene hatten einen Mithäftling bereits im Frühjahr 2008 brutal misshandelt und fast in den Tod getrieben. Danach wurden dort die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Martens sprach von einer "Kultur des Hinschauens", die etabliert worden sei. Die Bediensteten seien sensibilisiert, auf erste Anzeichen von Unterdrückung und Verletzungen sowie Strukturen zu achten und zu reagieren. Solche Vorfälle wie 2008 würden jetzt nicht mehr unentdeckt bleiben, betonte Martens.

Auch angesichts der kritischen Haushaltssituation solle es im Jugendstrafvollzug künftig um neue Chancen und nicht um eine billige Verwahrung der Straftäter gehen, betonte Martens. Mit erzieherischen Mitteln müsse auf die straffällig gewordenen Jugendlichen eingewirkt werden, um sie vor einer weiteren kriminellen Karriere zu bewahren. Im Jugendstrafvollzug waren den Angaben zufolge zum 1. Januar 367 Strafgefangene untergebracht, davon 307 Männer in der JSA Regis-Breitingen und 35 Frauen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz. Die meisten Insassen in Regis-Breitingen verbüßen eine Strafe wegen Körperverletzungsdelikten. Bundesweit beträgt die Rückfallquote im Jugendstrafvollzug den Angaben zufolge 77 Prozent.

12.04.2010