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Ein Stück Spielzeugmuseum fährt zum Weihnachtsmarkt

Freie Presse, 09. November 2011


Das Spielzeugdorf Seiffen ist unter mehreren Bewerbern für den Auftritt im sächsischen Verbindungsbüro in Brüssel ausgewählt

worden. Europa-Minister Jürgen Martens informierte sich im Erzgebirgsort über die Vorbereitungen.

VON KRISTIAN HAHN

UND WILFRIED SAWORSKI


SEIFFEN/OLBERNHAU — Im Spielzeugmuseum in Seiffen wird am Samstag für den Weihnachtsmarkt im sächsischen Verbindungsbüro in Brüssel gepackt. „Für diesen Auftritt haben wir uns entschieden, ein Stück unseres Museums nachzuempfinden“, sagt Museumsleiter Konrad Auerbach. Demnach werden im Umfeld der Europäischen Union ein Modell des Spielzeugdorfes sowie eine historische Spielzeugmacher- Werkstatt und eine Wohnstube aufgebaut.

„Seiffen strahlt für das ganze Erzgebirge aus.“

Jürgen Martens Staatsminister

Beim Besuch im Spielzeugmuseum machte sich Sachsens Europa-Minister Jürgen Martens ein Bild von den Vorbereitungen für die Veranstaltung von Mittwoch bis Sonntag der nächsten Woche. Sie findet zum 7. Mal statt. „Der Weihnachtsmarkt in Brüssel ist die bedeutendste Schau aller deutschen Vertretungen in Brüssel und das Aushängeschild“, berichtete er. „Seiffen strahlt für das ganze Erzgebirge aus und das weit über die Ländergrenzen.“ 2010 wurden in Brüssel mehr als 5000 Besucher gezählt. Das Spielzeugdorf ließ bei der Auswahl Städte wie Annaberg- Buchholz und Freiberg hinter sich. Das Museum und sein Förderverein

steuern den historischen Teil bei, der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller sein gesamtes aktuelles Sortiment. „Unsere Ausstellung geht voll in Richtung traditionelles Handwerk aus dem Erzgebirge“, so Verbands-Geschäftsführer Dieter Uhlmann. Besucher des Weihnachtsmarktes können dieses Handwerk auch praktisch erleben. So wird Reinhard Friedemann von der Holzspielzeugmacherschule Seiffen in Brüssel drechseln und Lehrling Marlen Tröger von der Firma Wendt & Kühn Grünhainichen Techniken wie Spanbäume stechen, Schnitzen und Malen vorführen. Wie das Erzgebirge schmeckt, das wollen die Fleischerei Kempe aus Blumenau und die Bäckerei Walther aus Niederwürschnitz in Brüssel mit Wurst und Weihnachtsstollen aufzeigen. Der Seiffener Gemeinderat bewilligte für den Auftritt in Brüssel trotz knapper Kasse 2000 Euro. Damit sollen Kosten gedeckt werden, die durch den Transport von Ausstellungsstücken entstehen. Der Auftritt war im Gremium umstritten, weil dem Spielzeugdorf laut Bürgermeister- Stellvertreterin Gerlinde Einbock ursprünglich keine Kosten entstehen sollten. Letztlich entschieden die Räte doch, Geld auszugeben. „Das macht auf jeden Fall Sinn, sich in Brüssel zu präsentieren“,

meint Carmen Günther von der FDP-Fraktion.

10.11.2011