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EDV-Technik soll Prozesse beschleunigen

Amtsgericht führt als Piloteinrichtung neue Strafjustiz-Software ein – Ziel: Rein elektronische Akte bis 2019

FP Werdau, Glauchau 09.12.2009


Zwickau. Zentimeterdicke Aktenstapel auf Richtertischen werden bald der Vergangenheit angehören: Am Montag ist die elektronische Zukunft im Amtsgerichtsgebäude an der Zwickauer Humboldtstraße eingezogen. Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP) nahm die neue Justizsoftware „Forum Star“ in Betrieb. „Zwickau ist für das Strafmodul sachsenweit unser Pilotgericht“, sagte der Minister bei der Präsentation. Die IT-Anwendung dient als Basis für den geplanten elektronischen Rechtsverkehr. Denn spätestens in zehn Jahren soll die Aktenführung an Sachsens Gerichten komplett elektronisch ablaufen. „Anträge, Schriftsätze oder Rechtsmittel können dann elektronisch eingereicht und auch gleich weiterverarbeitet werden“, so Martens. Bisher mussten Richter mit veralteten Einzelprogrammen arbeiten. Moderne Benutzeroberflächen: Fehlanzeige. „Einen Haftbefehl zum Beispiel hat der Richter bisher per Hand geschrieben, danach wurde er in der Geschäftsstelle abgetippt“, erklärte Amtsgerichtsdirektor Dirk-Eberhard Kirst. Das neue Programm beschleunigt die Verfahren und ermöglicht es den Richtern, mit wenigen Klicks auf alle relevanten Daten eines Falls zuzugreifen, statt stundenlang in Aktenordnern zu blättern. Auch Verfahrensfehler, wie verpasste Fristen würden durch Erinnerungsfunktionen vermieden. (cld)

9.12.2009