Das Tauziehen um den Großknast hat begonnen
MoPo, 12.04.2010
Von Mario Adolphsen
ZWICKAU/PLAUEN - Das große Tauziehen um Sachsens geplanten Großknast hat begonnen. Der Neubau einer länderübergreifenden Justizvollzugsanstalt (JVA) für Häftlinge aus Sachsen und Thüringen weckt bei mehreren Städten Begehrlichkeiten. Obwohl es noch keine konkreten Pläne gibt, buhlen sie mit Schreiben an den Justizminister um den Standort.
„Es gibt mehrere unverbindliche Anfragen“, bestätigt Ministeriumssprecher Till Pietzcker. „Derzeit befinden wir uns im Prüfprozess des Vorhabens, konkrete Ausschreibungen gibt es noch nicht. Die Interessensbekundungen beziehen wir jedoch in unsere Planungen ein.“
Im Februar hatte Justizminister Jürgen Martens (49, FDP) erstmals von der Idee eines länderübergreifenden JVA-Neubaus gesprochen. Die neue JVA soll Platz für etwa 500 Häftlinge bieten. Die Plätze wurden unter anderem nötig, weil der Chemnitzer Kaßberg-Knast (etwa 200 Plätze) wegen Brandschutzmängeln schließen musste (Morgenpost berichtete).
Als erste Stadt brachte sich Plauen ins Gespräch. „Wir möchten wieder eine eigene JVA. Unsere ist 2007 geschlossen worden“, bestätigt Stadtsprecherin Silvia Weck. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Baupläne hatte Plauens OB Ralf Oberdorfer (50, FDP) an das Ministerium geschrieben.
Zwickau hat offenbar ebenfalls Interesse - auch wenn’s die Stadtspitze noch nicht bestätigt. „OB Pia Findeiß hat den Justizminister um ein zeitnahes Gespräch gebeten, in dem es allgemein um den Justizstandort in der Innenstadt gehen soll“, sagt Zwickaus Stadtsprecher Mathias Merz. Ob sich Zwi-ckau danach ebenfalls um den JVA-Standort bewirbt, „wird von diesem Gespräch abhängen“.



