Chemnitzer Gefängnis wird geräumt
Brandschutzmängel in der früheren Königlich-Sächsischen Gefangenenanstalt erfordern Umzug der Insassen
Ostthüringer Zeitung 20.01.2010
Chemnitz (ddp). Das fast 125 Jahre alte Gefängnis auf dem Chemnitzer Kaßberg wird bis Ende Februar nahezu vollständig geräumt. Ursache sind Bau- und Brandschutzmängel, wie Justizminister Jürgen Martens (FDP) in Chemnitz sagte. Martens sagte, bei einer Überprüfung im November 2009 seien vor allem die Elektroanlagen bemängelt worden. Sie seien 40 Jahre und älter. Auch Holzgalerien in Teilen der Hafthäuser entsprächen nicht den Brandschutzanforderungen. Allein die brandschutztechnische Sanierung koste 1,8 Millionen Euro, sagte Martens. Darüber hinaus müsse die einstige Königlich-Sächsische Gefangenenanstalt Chemnitz komplett saniert werden. Dafür seien zehn Millionen Euro nötig. Diese seien im Sanierungsbedarf für den sächsischen Strafvollzug im Umfang von 140 Millionen Euro noch nicht enthalten. Vorläufig werden die Chemnitzer Insassen in anderen sächsischen Gefängnissen untergebracht. Auf dem Kaßberg verbleibe nur die sogenannte Verschubabteilung für ganz Sachsen mit 30 Haftplätzen. Dort würden Gefangene kurzeitig untergebracht, wenn sie in andere Anstalten verlegt würden. Sachsens JVAs verfügen laut Ministerium über rund 3900 Plätze. Der Belegungsgrad betrage 87 Prozent.



