Autobahnmeisterei Meerane macht dicht
Fakt gilt als sicher – Zeitpunkt steht in Sternen – Keine Landes-, sondern Bundesentscheidung – Für 13 Mitarbeiter verlängert sich Arbeitsweg
Von Uta Pasler
Meerane. Was vor zwei Jahren noch als Gerücht gehandelt wurde, zeichnet sich mehr und mehr ab, wahr zu werden: Die Autobahnmeisterei Meerane wird geschlossen. Wann, das vermag derzeit noch niemand zu sagen. Laut Burkhard Zscheischler, Sprecher des Autobahnamtes Sachsen, ist es aber amtlich. „Der Bund hat festgelegt, dass Sachsens Autobahnnetz auf Dauer von sieben Meistereien ohne Außenstellen zu betreuen ist.“ Grund der Schließung: Kosten sollen gespart werden – für den laufenden betrieb, Technik, Maschinen. Mitarbeiter sollen nicht entlassen werden. Ein genauer Zeitpunkt stehe erst fest, wenn die Ausbaupläne für die Chemnitzer Meisterei finanziell unterlegt sind, erklärt Zscheischler. Noch ist unklar, ob das Geld schon 2010 oder erst 2011 fließt. In Chemnitz soll eine weitere Salzlagerhalle errichtet und die bestehenden Fahrzeughallen erweitert werden. Die derzeit noch 13 Mitarbeiter in Meerane gehören bereits heute zu Chemnitz, Meerane wird nur noch als Betriebsstelle der Autobahnmeisterei Chemnitz geführt. Künftig wird sich nach Angaben des Autobahnamtssprechers lediglich ihr Arbeitsweg um rund 40 Kilometer verlängern. Meerane ist die letzte Außenstelle in Sachsen, von denen der Bund glaubt, keine mehr zu benötigen. Bei sieben Autobahnmeistereien soll es aber bleiben. Chemnitz ist darunter die größte. Mit dem Bau der A 72 wächst deren Bereich weiter an. In Meerane soll voraussichtlich nur noch ein Stützpunkt für den Winterdienst – beispielsweise ein Salzsilo – bleiben, so Zscheischler. Bau und Unterhalt von Autobahnen werden vom Bund finanziert, also macht er die Vorgaben nach bundeseinheitlichen Kriterien. Das Land hat dabei wenig bis nichts zu sagen. In Länderhoheit liegt allein die Planung, so Zscheischler.
Schon vor zwei Jahren sorgte sich der damalige Landtagsabgeordnete Jürgen Martens (FDP), dass mit der Schließung der Meeraner Autobahnmeisterei der Winterdienst an der Landesgrenze zu Thüringen leide und das denkmalgeschützte Gebäude der 1937 errichteten Autobahnmeisterei verkomme.
Sollte es zur Komplettschließung kommen, so das Autobahnamt, kümmert sich üblicherweise die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben um die weitere Nutzung oder auch Veräußerung der Liegenschaft. Der nächste Winterdienst freilich säße auf der A 4 dann erst in Hermsdorf.



