Amtsgericht verschärft Sicherheitskontrollen
SZ Dresden, Dresdner Land, Rödertal 25.01.2010
Die Wachtmeister haben am Eingang des Justizbaus eine Schleuse errichtet, um Besucher zu kontrollieren
Von Alexander Schneider
Ab heute werden Besucher des Dresdner Amtsgerichts verstärkt nach Waffen und anderen gefährlichen Gegenständen kontrolliert. Bereits am Freitag haben Wachtmeister dafür eine Schleuse am Haupteingang des Justizbaus an der Berliner Straße aufgestellt. Das mobile Gerät aus dem eigenen Bestand spürt Metall auf. Bisher wurde es sporadisch bei Prozessen mit erhöhter Gefährdungsprognose eingesetzt – etwa bei Verhandlungen gegen Rechtsextreme oder in Drogenprozessen, in denen Kronzeugen aussagen mussten. Nach dem Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini im Landgericht Dresden im Juli 2009 werden in dem Justizgebäude am Sachsenplatz bereits konsequent alle Besucher kontrolliert – das sind täglich mehr als 300. Die völlig unerwartete Tat eines Messerstechers, der die Waffe in seinem Rucksack in seinen Prozess geschmuggelt hatte, entfachte eine Debatte über die Sicherheit aller Gerichte in Sachsen.
Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP) hat im Herbst veranlasst, dass künftig alle Gerichte nur über einen Haupteingang betreten werden können. Dort sollen verstärkt Personenkontrollen stattfinden. Die Wachtmeister in den Gerichten sollen darüber hinaus besser ausgestattet und gegebenenfalls von Polizisten unterstützt werden. Am Dresdner Amtsgericht wurden schon vor einigen Wochen die Nebeneingänge dicht gemacht. Künftig werden nun also Justizbedienstete auch die Besucher intensiver als bisher kontrollieren. Unklar ist noch, in welchem Umfang, wie Amtsgerichtssprecherin Birgit Keeve gegenüber der SZ sagte. „Das werden wir jetzt sehen.“ Entscheidend sei das Signal, dass im Amtsgericht mehr für die Sicherheit unternommen wird.



