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7-Punkte-Plan gegen Gewalt im Jugendknast

Justizminister Martens

Bild, 10.04.2010


Von B. Schilz


Dresden/Regis-Breitingen - Schlägereien, Erpressung, Vergewaltigung, sogar ein Mordversuch. Vergangenen Sommer geriet Sachsens Jugendhaftanstalt Regis-Breitingen (rund 330 Gefangene) in Verruf.


Von 2008 bis heute wurden 39 Gewalttaten allein in dieser JVA angezeigt. Gestern stellte Justizminister Jürgen Martens (50, FDP) den 1. Bericht zur Lage des Jugendstrafvollzugs vor. Und nannte sieben Punkte, wie sein Ministerium einer Eskalation der Gewalt hinter Gittern ein Ende setzen will.


1. Hinschauen


Die Justizbediensteten führen über jeden Gefangenen einen Beobachtungsbogen, sollen so kleinste Anzeichen von Problemen erfassen.


2. Anstaltsärztin


Eine fest angestellte Ärztin ist ständig vor Ort in der JVA, schaut sich jede Verletzung an. Sie kann einschätzen, ob Unfall oder Gewalt die Ursache ist.


3. Mehr Aufsicht


Zum Aufschluss, wenn sich die Gefangenen auf ihrer Station frei bewegen dürfen, sind immer zwei Justizwachtmeister  (bisher einer) zur Aufsicht vor Ort.


4. Fortbildung


Alle Justizwachtmeister werden laufend fortgebildet, lernen Konflikte zu erkenne und zu lösen, unterstützen sich gegenseitig.


5. Null Toleranz


Jeder gewalttätige Übergriff wird sofort angezeigt, strafrechtlich verfolgt. Keine Toleranz für Schläger.


6. Täter & Opfer trennen


Es gibt bereits eine Station mit sieben isolierten Gewalttätern, die unbelehrbar sind.


7. Jüngere Wachtmeister


Zwölf Justizwachtmeister, frisch von der Schule, leiten unter Führung einer erfahrenen Kollegin sehr erfolgreich eines der Hafthäuser.

12.04.2010